Dorfarchiv

Unser Dorf ist sehr alt. Gräberfunde beweisen, dass schon vor etwa 4000 Jahren Menschen hier gesiedelt haben. Die fruchtbaren Böden im Süden des Dorfes, ein Bach, der reichlich Wasser führt, die Lutter, und die Lage an der alten Heer- und Handelsstraße von Braunschweig nach Magdeburg waren wohl die Gründe dafür, dass im 9. Jahrhundert ein Rittergut gebaut wurde. Um dieses scharten sich bald kleine Höfe und Häuser, und so entstand das Dorf.

 

Adelige Familien, es werden die „von Rodtorpe“, die „von Sambleben“, die „von der Streithorst“ und die „von Schwartzhoppen“ genannt, erhielten das Dorf am Leben und waren die Herren und Richter des Dorfes. 1245 taucht der Name des Dorfes als „rodtorpe“ erstmalig in einer Urkunde auf. Über Jahrhunderte ernährte die Landwirtschaft die Dorfbewohner, viele arbeiteten „auf dem Gute“.

Im 19. Jahrhundert bot auch die aufkommende Industrie Arbeitsplätze. Vor Kriegszerstörungen blieb das Dorf weitgehend verschont. Nach 1945 strömten Flüchtlinge und Vertriebene ins Dorf, die Einwohnerzahl stieg von 307 (1939) auf 535 (1950). Dadurch veränderte sich das Dorfbild und auch das Dorfleben. Mehr als 120 Häuser wurden neu errichtet, die Straßen asphaltiert, eine Kanalisation gebaut, Gas-, Wasser- und Stromanschlüsse gelegt.

 

Heute arbeiten die meisten Menschen außerhalb, pendeln zu ihrer Arbeitsstätte. Das VW-Werk in Wolfsburg ist wohl der größte Arbeitgeber des Dorfes. Aus dem Dorf wurde eine moderne Stadtrandsiedlung, der dörfliche Charakter ist nur noch teilweise erhalten geblieben.

 

Zusammen mit dem Ortsrat organisieren die Freiwillige Feuerwehr, der große Sportverein und die Kyffhäuser-Kameradschaft das gesellige Leben und schaffen Zusammenhalt. Neben dem schönen Sportplatz gibt es noch eine Sporthalle und eine Tennisanlage. Die Schule wurde 2011 leider aufgelöst, die Kinder werden mit dem Bus nach Königslutter oder zum Gymnasium nach Helmstedt gebracht. Die gute Verkehrsanbindung (A2 Hannover-Berlin, Bundesbahn Braunschweig-Magdeburg), viele Einkaufsmöglichkeiten, die weit reichende medizinische Versorgung und das große Freizeitangebot in der landschaftlich und kulturell bedeutsamen Umgebung bieten eine hohe Lebensqualität.

 

Wilfried Kraus, im April 2016

 

Das Dorfarchiv wurde seit dem 01. November 1999 von Wilfried Kraus geführt. Insgesamt 17 Jahre hatte er diese ehrenamtliche Tätigkeit inne und wirkte hier in einzigartiger Art und Weise. In seiner Amtszeit entstanden drei Dorfchroniken sowie die Festschrift zur Feiern und Veranstaltungen. Für seine umfangreiche und hervorragende Arbeit gebührt ihm großer Dank!

Wilfried Kraus und Antonie Kaletka, Dezember 2016

Zum 01. Januar 2017 übernimmt Antonie Kaletka das Amt der Dorfarchivarin. Sie wird weiterhin geschichtlich bedeutende Ereignisse dokumentieren und für die Nachwelt erhalten.

 

Herr Kraus wird zukünftig als Stadtarchivar fungieren und natürlich unterstützend wirken wenn es um die Dorfgeschichte Rottorfs geht.

 

Wenn Sie Wissenswertes über Rottorf haben, alte Fotos oder Dokumente beisteuern wollen freuen sich beide über eine Kontaktaufnahme.